Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle
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das Wasserstechen

Es fahren immer, am Samstag des Laternenfestes, zwei Boote frontal aneinander vorbei. Die Bootsbesatzung besteht aus zwei sitzenden Ruderern und einem auf dem Heck stehenden Stecher. Die Stecher versuchen sich, wenn sie in Reichweite sind, mit ihren langen Lanzen gegenseitig ins Wasser zu stoßen. Gewonnen hat am Ende jener, welcher nach dem Ausscheidungsprinzip übrig bleibt. Das Gewinnerteam bekommt den traditionellen Siegerkranz, einen Kuss der Hallorenbraut sowie die Gewinner-T-Shirs des aktuellen Jahres. Heutzutage sind es 4 Boote, von denen 2 Besatzungen aus der Brüderschaft hervorgehen und zwei Besatzungen, welche die Wasserwacht stellt.

Immer wenn es Kaltlagerzeit war und die Halloren als gutes Fachpersonal nicht sieden durften, gingen sie ihren Privilegien nach. Dem Lärchenstellen, der Rauchschlächterei und eben das Fischen, um nur einige zu nennen. Diese Privilegien wurden immer wieder von den Königen bei der Huldigung bestätigt. Da die Fangplätze alle durch Zunft und des weiteren geregelt waren und die Halloren nicht zur Fischerei Zunft gehörten, hatten jene getrennte Fangplätze. So kamen sie also niemals dabei in Kontakt.

Irgendwann entwickelte sich ein regelrechter Sport daraus, den anderen bei „Stechen“ vom Boot zu holen. Somit wurde dies auch zur Belustigung der Halloren und hoher Herren durchgeführt. Und so stießen sie sich mit ihren Paddeln gegenseitig ins Wasser. Und mit der Zeit wurden aus Paddeln Lanzen und um der Brust hingen nun Schilde.

Also gibt es eigentlich eine ganz einfache Erklärung, warum es nicht Fischerstechen sondern Wasserstechen heißt. Die Halloren hatten keinen Kontakt zu den Fischern. Deshalb stachen die Halloren den Gegner auch in das Wasser und stachen nicht die Fische oder den Fischer. Es entwickelte sich in Halle ein „Halloren – Sport“ - Das Wasserstechen.